#8 Meine Bilanz: 30 Tage Meditation lohnen sich

In 30 Tagen Meditation habe ich so einiges gelernt. Auf und Abs gehörten genauso dazu,  wie langfristige Effekte. Nach 32 Tagen ziehe ich eine positive Bilanz über meine erste Challenge.

Aller Anfang ist «einfach»

Ich startete voller Elan. Ich war fasziniert von dem Gedanken, die Aufmerksamkeit bewusst lenken zu können und ruhig zu werden. Bald jedoch merkte ich, dass innerlich auch eine gewisse Unruhe vorhanden ist. Andy Puddicombie (welcher die Meditationen in Headspace liest) beschreibt dieses Phänomen folgendermassen:

«Every person reacts to this (meditation) differently. Some people have an underlying sense of frustration in their life and so they tend to react toward the feeling or sound with irritation. Some people have an underlying sense of hopelessness in their life and so they tend to react toward the feeling with self-pity. Others have an underlying sense of happiness and optimism and may well react with a sense of joy in feeling they are alive. So experiencing anxiety in relation to the sound or feeling simply suggests that there was already an undercurrent or predisposition toward anxiety.» (Quelle: Headspace: I’m not sure I can handle my anxiety when I meditate)

Kurz: Jeder Mensch reagiert verschieden auf  das Meditieren. Oberflächlich ist man  vielleicht ruhig, doch innerlich kann eine Frustration, Irritation, Selbstmitleid, Freude oder eben auch Unruhe und Angst vorhanden sein. Ganz natürlich eigentlich. Dies verstand ich jedoch nicht.

Der falsche Weg

Ich versuchte, die Aufmerksamkeit von der Unruhe weg zu lenken und ging joggen. Bezwang mal eben den Ölberg. Definierte mein Ziel neu. Wechselte den Arbeitsort. Nichts half.

Warum?

Weil es der falsche Weg war.

Mit der inneren Unruhe fertig werden

Richtig wäre gewesen, die Ruhe zuzulassen und eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln. So wie es in den Einführungs-Videos beschrieben wurde:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=G-w6dKWBypI&w=560&h=315]

Als ich die Aufmerksamkeit nach etwa 10 Tagen Unruhe wieder voll auf die Meditation lenkte und die Gefühle bewusst losliess, ging es mir besser. Meditation hatte von da an seinen festen Platz in meinem Leben.

Wortwörtlich.

Ein fester Platz fürs Meditieren

Statt einem Sessel habe ich in meinem Büro fortan einen roten runden IKEA-Teppich, auf dem ich täglich meditiere. Gegen die Wand schauend (so wie bei der Sōtō-Zen-Meditation üblich) und mit einem schönen Bonzai von meiner Freundin auf dem Regal. Ohne jegliche Ablenkung. Ohne irgendetwas Lesbarem. Nur mit dem Gesicht zur Wand.

Täglich raus und andere «lessons learned»

Was mir auch half, waren andere täglichen Gewohnheiten. Nach der Meditation pflege ich nun, sofort raus zu gehen, einen Kaffee und ein Müsli zu essen und erst danach nachhause oder zu einem anderen Arbeitsort zu gehen. Aktivität und Ruhe wechseln sich bei mir nun kontinuierlich ab.

Et voilà. Produktivität stellte sich ein. Durch das Zulassen und Loslassen von Gedanken und Gefühlen, die täglichen Gewohnheiten und die zumeist innere Ruhe.

Ausserdem habe ich gelernt:

  • … dass Bücher, Menschen und Ziele (TEDxBergen: How to Become a Millionaire in 3 Years) einen sehr weit bringen können
  • … dass Meditation Geduld braucht. Am Anfang war Euphorie, dann Langeweile, Pausieren, gefolgt von aufkeimenden Gedanken und Gefühlen. Nur langsam verstehe ich den Sinn des Ganzen. Es scheint eine Lebensaufgabe, als Einstieg gut für 30 Tage, aber Meditation sollte weiter gedacht werden.
  • … dass Dankbarkeit und das Denken an andere Menschen hilfreich bei negativen Gedanken ist.
  • … dass ich ein Sprinter bin (Evernote Blog: Making the Most of Working From Home)
  • … dass niemand gerne alleine ist.

30 Tage zu meditieren war vollkommen die Mühe wert. Es ist eine Gewohnheit, die ich auch weiterhin pflegen werde.

Challenge accomplished.

PS: Das Titelbild stammt von World’s Direction (Flickr)

PS2: Der Monat Juli ist noch nicht komplett rum. Werde sicherlich bis Ende diesen Monat weiter meditieren und mir gegen Ende des Monats überlegen, welches die neue Challenge sein wird.

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